Das Unternehmen entwickelt mit Rayscape TAP-CT ein KI-System, das onkologische CT-Untersuchungen des Thorax, des Abdomens und des Beckens als Ganzes analysieren soll. Für das Entwicklungsprojekt stehen insgesamt rund zwei Millionen Euro zur Verfügung. Etwa 1,5 Millionen Euro stammen aus nicht rückzahlbaren EU-Fördermitteln, weitere 500.000 Euro werden als Kofinanzierung eingebracht.
TAP-CT soll mehrere bislang häufig getrennte Aufgaben in einem System zusammenführen. Geplant sind die Erkennung von Läsionen in unterschiedlichen Organen, deren quantitative Analyse sowie die longitudinale Verfolgung von Veränderungen. Die KI soll Radiologen sowohl bei der Krebsdiagnostik als auch bei Verlaufskontrollen unterstützen.
Technologisch bedeutet das Projekt für Rayscape einen Wechsel von KI-Modellen, die für bestimmte Pathologien entwickelt wurden, hin zu einem umfassenderen 3D‑Modell. Dies soll nicht nur nach einzelnen, zuvor definierten Auffälligkeiten suchen, sondern auch Zusammenhänge innerhalb einer CT-Untersuchung erfassen. „Wir bewegen uns von Modellen, die einzelnen Pathologien gewidmet sind, zu einem 3D-Modell, das die Untersuchung als Ganzes verstehen und analysieren kann“, beschreibt Bogdan Bercean, Head of AI bei Rayscape, das Entwicklungsziel.
Damit greift das Projekt einen generellen Trend in der radiologischen KI auf: Statt einer Vielzahl spezialisierter Algorithmen könnten künftig umfassendere Modelle mehrere Organe und Befunde gleichzeitig analysieren und Informationen aus Voruntersuchungen einbeziehen. Gerade in der Onkologie ist dieser Ansatz interessant, da sich Erkrankungen und Therapieverläufe häufig nicht auf eine einzelne anatomische Region reduzieren lassen.
Bis zum klinischen Einsatz ist allerdings noch Entwicklungsarbeit notwendig. Rayscape gibt den derzeitigen Technology Readiness Level (TRL) mit 4 an. Im Rahmen des Projekts soll die Technologie bis auf TRL 9 weiterentwickelt werden. Dazu gehören der Ausbau der Dateninfrastruktur sowie das Training und die Validierung des Modells mit dem Ziel eines Einsatzes unter realen klinischen Bedingungen.
Laut Rayscape werden die bisherigen KI-Lösungen des Unternehmens bereits in mehr als 20 Ländern eingesetzt. TAP-CT soll nun den nächsten Entwicklungsschritt markieren – von spezialisierten Anwendungen hin zu einer umfassenderen KI-Unterstützung bei der Befundung onkologischer CT-Untersuchungen.












