ECR 2026: „Rays of Knowledge“ rückt Wissen, KI und klinische Praxis in den Mittelpunkt

Schon beim Betreten des Kongressgeländes wurde deutlich, dass der ECR 2026 nicht nur fachlich, sondern auch visuell neue Akzente setzen wollte.

ECR 2026
KI, Workflow-Integration und klinische Praxis standen im Mittelpunkt des ECR 2026. Mit mehr als 22.000 Teilnehmern verzeichnete der Kongress einen neuen Besucherrekord.
Quelle: sLkphoto.at-Sebastian-Kreuzberger

Interventionelle Radiologie und neue Technologien

Neben KI präsentierte sich auch die interventionelle Radiologie mit hoher Sichtbarkeit. Neue Systeme und Technologien wurden sowohl in wissenschaftlichen Sitzungen als auch in speziellen Präsentationsformaten wie „The Cube“ vorgestellt. 

Die Industrieausstellung setzte ebenfalls ein starkes Zeichen: Mehr als 220 Unternehmen präsentierten neue Modalitäten, Softwarelösungen, KI-Anwendungen und digitale Services. Dabei zeigte sich erneut der Trend zu integrierten Plattformstrategien, cloudbasierten Lösungen und herstellerübergreifenden Ökosystemen. 

Auch MTRs waren erneut eng in das Kongressprogramm eingebunden. Als offizieller Kongress der European Federation of Radiographer Societies (EFRS) bot der ECR 2026 zahlreiche interprofessionelle Formate und förderte den Austausch zwischen Radiologen, MTRs und Industriepartnern. 

Wissenschaft trifft Inszenierung

Traditionell setzte der ECR 2026 erneut stark auf emotionale Kongresserlebnisse. Die Eröffnungszeremonie „LIGHT“ verband Musik, Kunst und Wissenschaft zu einer aufwendig produzierten Show mit internationalen Künstlern wie der Opernsängerin Angela Gheorghiu und dem Vienna Arts Orchestra. 

Auch die gesellschaftlichen Veranstaltungen gehörten erneut zu den Publikumsmagneten. Besonders die Palace Party in der Wiener Hofburg sorgte mit Lichtinstallationen, Musikern, Tänzern und mythologisch inspirierten Inszenierungen für einen atmosphärischen Abschluss der Kongresstage. 

Mit seinem Besucherrekord, dem starken Fokus auf klinisch nutzbare KI und einer außergewöhnlich konsequenten visuellen Gestaltung zeigte der ECR 2026 eindrucksvoll, wie sehr sich die Radiologie derzeit zwischen technologischer Innovation, Workflow-Transformation und interdisziplinärer Zusammenarbeit neu positioniert.

ECR 2026
Monumentale Inszenierung zum Kongressmotto „Rays of Knowledge“: Der ECR 2026 verwandelte das Austria Center Vienna in eine von antiker Wissenskultur inspirierte Erlebniswelt.
Quelle: sLKPhoto.at-Stephan Kreuzberger

Mit einem Besucherrekord und einer kongressweiten Inszenierung rund um das Motto „Rays of Knowledge“ hat der European Congress of Radiology 2026 in Wien seine Rolle als wichtigste europäische Plattform für radiologische Innovationen weiter ausgebaut. 22.418 Teilnehmer aus 121 Ländern kamen Anfang März ins Austria Center Vienna – ein Plus von mehr als neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. 

Schon beim Betreten des Kongressgeländes wurde deutlich, dass der ECR 2026 nicht nur fachlich, sondern auch visuell neue Akzente setzen wollte. Inspiriert von der antiken griechischen Wissenskultur verwandelte sich das Austria Center in eine monumentale Kulisse mit antiker Architektur, klassischen Motiven und kunstvoll gestalteten Installationen. Das Leitmotiv „Rays of Knowledge“ zog sich durch die gesamte Veranstaltung. 

Kongresspräsidentin Minerva Becker stellte den zentralen Gedanken des Kongresses in den Fokus: Radiologie mache das Unsichtbare sichtbar. Wissen, Erfahrung und Zusammenarbeit seien dabei die entscheidenden Triebfedern für die Weiterentwicklung des Fachs. 

KI bleibt dominierendes Thema

Inhaltlich prägte vor allem die künstliche Intelligenz erneut zahlreiche Sessions und Diskussionen. Allerdings zeigte sich dabei ein deutlicher Wandel: weg von reinen Demonstrationen einzelner Algorithmen hin zu konkreten klinischen Anwendungen und zur Workflow-Integration. Formate wie das AI Theatre, „Pixel Pandemonium“ sowie das In-Focus-Programm „The Art of Artificial Intelligence in Clinical Practice“ beschäftigten sich intensiv mit der Frage, wie KI sinnvoll in die tägliche radiologische Routine eingebunden werden kann. 

Zu den Höhepunkten gehörte die gemeinsame Plenarsitzung von Nina Kottler und Charles Kahn, in der sie sich kritisch mit den Chancen und Risiken der KI in der Bildgebung auseinandersetzten. Die Frage, ob Radiologen mit KI die „Büchse der Pandora“ geöffnet hätten, führte im Auditorium zu intensiven Diskussionen. 

Auch die klinische Perspektive spielte eine zentrale Rolle. Neue Session-Formate wie „How We Do It“ oder „Decoding the Diagnosis: Radiology Meets Pathology“ legten den Schwerpunkt stärker auf praktische Erfahrung, interdisziplinären Austausch und diagnostische Sicherheit im klinischen Alltag. 

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