
Mit einem erneuten Besucherrekord und klaren politischen Signalen ist die DMEA 2026 in Berlin zu Ende gegangen. 22.000 Teilnehmer kamen an den drei Messetagen in die Hauptstadt – sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Rund 900 Aussteller aus nahezu 30 Ländern sowie 550 Speaker unterstrichen den Anspruch der DMEA als zentrale Plattform für die digitale Transformation des Gesundheitswesens.
In den sechs Messehallen zeigte sich einmal mehr die enorme Dynamik des Digital-Health-Marktes. Künstliche Intelligenz, Telemedizin, Interoperabilität und der European Health Data Space (EHDS) gehörten zu den dominierenden Themen der Veranstaltung. Gleichzeitig rückten Cybersecurity, digitale Patientenversorgung und Patient Empowerment stärker in den Fokus.
Dabei wurde deutlich, dass die Diskussion längst über einzelne Softwarelösungen hinausgeht. Viele Anbieter präsentierten zunehmend integrierte Plattformstrategien, cloudbasierte Infrastrukturen und vernetzte Ökosysteme, die klinische Prozesse sektorübergreifend verbinden sollen. Gerade im radiologischen Umfeld standen Themen wie standortübergreifende Workflows, Interoperabilität zwischen RIS, PACS und KIS sowie KI-gestützte Prozessoptimierung im Mittelpunkt zahlreicher Gespräche.
Politik setzt klare Digitalisierungs-Signale
Für starke politische Impulse sorgte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, die die Schirmherrschaft der DMEA übernommen hatte. In ihrer Keynote betonte sie, dass nicht mehr die Frage im Vordergrund stehe, ob digitalisiert werde, sondern wie entschlossen und intelligent dies umgesetzt werde. Die DMEA zeigt, welche Technologien die Gesundheitsversorgung der kommenden Jahre prägen werden.
Auch weitere politische Vertreterinnen wie Judith Gerlach, Katharina Schenk sowie Kristina Sinemus nutzten die DMEA als Bühne für ihre gesundheitspolitischen und digitalen Strategien.
KI bleibt Innovationstreiber
Wie stark KI inzwischen den Gesundheitsmarkt prägt, zeigte sich nicht nur in den Kongresssessions, sondern auch auf der Ausstellungsfläche. Zu den aus Besuchersicht wichtigsten Themenbereichen gehörten laut Veranstalter KI, Mobile Health und Telemedizinlösungen.
Besonders sichtbar wurde der Innovationsfokus in der Startup & Innovation Area. Rund 70 Startups präsentierten dort neue digitale Anwendungen für Diagnostik, Versorgung und Workflow-Management. Mit dem DMEA nova Award wurde das Unternehmen Prof. Valmed aus Hessen ausgezeichnet, dessen KI-Lösung Ärzte bei Diagnosen und Behandlungen unterstützen und den sicheren Einsatz künstlicher Intelligenz fördern soll.
Auch etablierte Unternehmen nutzten die DMEA, um neue Strategien und Kooperationen vorzustellen. Gerade im Bereich der Cloud-Archivierung, Teleradiologie und Datenmanagement zeigte sich, wie stark die Anforderungen an sichere, interoperable und skalierbare IT-Infrastrukturen weiter steigen.

Vernetzung als Schlüsselthema
Neben den technologischen Innovationen blieb die DMEA vor allem ein Ort des Netzwerkens. Laut Besucherbefragung gehörten der Austausch mit Unternehmen, die branchenweite Vernetzung sowie Informationen zu Fachthemen erneut zu den wichtigsten Besuchszielen – mit hoher Zufriedenheit der Teilnehmer.
Bvitg-Geschäftsführer Sascha Raddatz betonte zum Abschluss der Messe, dass nun vor allem die politischen Rahmenbedingungen entscheidend seien: mehr Tempo bei der Digitalisierung, praxistaugliche Regulierung und eine konsequente Überführung digitaler Lösungen in die Versorgung.
Mit ihrem starken Besucherwachstum, den politischen Diskussionen und dem klaren Fokus auf KI und Interoperabilität bestätigte die DMEA 2026 erneut ihre Rolle als wichtigste deutsche Plattform für Digital Health – und als Gradmesser dafür, wie schnell die digitale Transformation im Gesundheitswesen tatsächlich voranschreitet.






