PET-Tracer zeigt hohe diagnostische Genauigkeit bei kardialer Amyloidose

Bayer hat auf dem ESC 2026 in München Ergebnisse der Phase-III-Studie REVEAL zum PET-Radiotracer Iodine-124 Evuzamitide vorgestellt.

Der noch in klinischer Entwicklung befindliche Tracer erreichte die primären Endpunkte der zulassungsrelevanten Studie hinsichtlich der Sensitivität und Spezifität bei der Diagnose der kardialen Amyloidose. Die Ergebnisse wurden als Late-Breaking-Präsentation auf dem ESC vorgestellt und zeitgleich im Journal of the American Medical Association veröffentlicht.

Die kardiale Amyloidose ist eine fortschreitende Erkrankung, bei der sich fehlgefaltete Proteine im Herzgewebe ablagern. Dadurch kann sich der Herzmuskel verdicken und zunehmend versteifen, was schließlich die Pumpfunktion beeinträchtigt. Die Diagnose ist häufig schwierig und langwierig. Bislang steht kein einzelner nicht-invasiver Test zur Verfügung, mit dem sich die Erkrankung zuverlässig diagnostizieren lässt und zugleich die Amyloidlast im Herzmuskel quantifizieren sowie im Verlauf beobachten lässt.

Foto: PET-Tracer zeigt hohe diagnostische Genauigkeit bei kardialer Amyloidose...
Quelle: Adobe Stock

I-124 Evuzamitide, auch als AT-01 bezeichnet, ist ein PET-Radiotracer, der Amyloidablagerungen für die Bildgebung sichtbar machen soll. In die multizentrische, offene und einarmige Phase-III-Studie REVEAL wurden an 18 US-amerikanischen Zentren 170 erwachsene Personen mit Verdacht auf kardiale Amyloidose eingeschlossen. Drei unabhängige Prüfer werteten die PET-Aufnahmen visuell aus.

Dabei erreichte I-124 Evuzamitide je nach Prüfer eine Sensitivität zwischen 90 und 94 Prozent sowie eine Spezifität zwischen 84 und 89 Prozent. Bei einer Mehrheitsentscheidung von mindestens zwei der drei Prüfer betrug die Sensitivität 94 Prozent und die Spezifität 86 Prozent. Auch bei der getrennten Betrachtung der beiden wichtigen Formen der Erkrankung waren die Ergebnisse vergleichbar: Für die Transthyretin-Amyloidose (ATTR) wurde eine Sensitivität von 96 Prozent und für die Leichtketten-Amyloidose (AL) von 95 Prozent ermittelt; die Spezifität betrug jeweils 86 Prozent.

Für die Untersuchung erhielten die Studienteilnehmer einmalig I-124-Evuzamitide intravenös. Drei bis fünf Stunden später wurden eine PET/CT des Herzens und eine partielle Ganzkörper-PET/CT durchgeführt. Die Aufnahmen wurden von erfahrenen, für PET qualifizierten Kardiologen unabhängig und verblindet gegenüber den klinischen Daten beurteilt. Als Referenz diente eine von einem unabhängigen Expertenkomitee festgelegte klinische Diagnose.

Bei 55 der 170 Patienten trat innerhalb der ersten 30 Tage mindestens ein unerwünschtes Ereignis auf, bei elf Patienten ein schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis. Lediglich bei einem Ereignis – Fatigue – wurde ein kausaler Zusammenhang mit I-124 Evuzamitide festgestellt. Todesfälle oder mit dem Tracer verbundene unerwünschte Ereignisse, die zum Studienabbruch führten, wurden nicht beobachtet.

I-124 Evuzamitide hat von der US-amerikanischen FDA bereits den Status einer „Breakthrough Therapy“ für die PET-Bildgebung bei Verdacht auf oder bekannter kardialer Amyloidose erhalten. In den USA und der EU besitzt der Wirkstoffkandidat zudem Orphan-Drug-Status für AL- und ATTR-Amyloidose. Zugelassen ist der Radiotracer bislang nicht. Bayer will die Studiendaten und eine mögliche Einreichung zur Zulassung mit der FDA und weiteren Gesundheitsbehörden erörtern.

Anbieter

Bayer Vital GmbH


51368 Leverkusen
Deutschland

www.radiologie.bayer.de

Mehr zum Thema

Weitere Beiträge zum Thema
Beliebte Beiträge