Alles auf einen Blick

Mit der zunehmenden Komplexität radiologischer Untersuchungen verändern sich auch die Anforderungen an den Befundarbeitsplatz. Am Zuger Kantonsspital setzt Prof. Dr. med. Verena Obmann seit Kurzem auf das Displaysystem Coronis OneLook von Barco.

Entscheidend ist für die Chefärztin dabei weniger ein einzelner technischer Parameter als das Zusammenspiel von Bilddarstellung, Arbeitsfläche und dem schnellen Zugriff auf unterschiedliche Informationen.

Als Prof. Dr. med. Verena Obmann vor rund eineinhalb Jahren die Leitung des Instituts für Radiologie am Zuger Kantonsspital übernahm, nahm sie nicht nur Geräte und Prozesse, sondern auch die bestehenden Arbeitsplätze unter die Lupe. 

Barco kannte sie bereits aus ihrer vorherigen Tätigkeit. Bei der Auswahl des neuen Displays stand für sie allerdings nicht primär die technische Spezifikation im Vordergrund. Vielmehr ging es um die Frage, wie sich die Befundung angesichts zunehmender Datenmengen und komplexerer Untersuchungen effizienter organisieren lässt. 

„Ich wollte auf jeden Fall die Befundung optimieren. Dabei stellte ich mir eine große, hochauflösende und gleichzeitig übersichtliche Darstellungsfläche vor“, beschreibt die Radiologin die Anforderungen an ihren modernen Arbeitsplatz. 

Prof.Dr.med. Verena Obmann
„ Die Anforderungen an einen modernen radiologischen Arbeitsplatz lassen sich nicht mehr anhand klassischer Parameter beschreiben. Heute ist entscheidend, wie gut sich ein Display in den gesamten digitalen Arbeitsprozess einfügt.“ Prof. Dr. med. Verena Obmann, Leiterin des Instituts für Radiologie am Zuger Kantonsspital
Quelle: Kantonsspital Zürich

Mehr Daten verändern den Arbeitsplatz

Gerade bei CT und MRT nimmt die Zahl der Informationen zu, die Radiologinnen und Radiologen während der Befundung berücksichtigen müssen. In der MRT gehört das Arbeiten mit unterschiedlichen Sequenzen und Serien ohnehin zum Alltag. Aber auch in der CT werden zunehmend zusätzliche Bildinformationen hinzugefügt. Prof. Dr. med. Verena Obmann nennt als Beispiel die spektrale Bildgebung, bei der neben den konventionellen Bildern weitere Datensätze zur Verfügung stehen. 

Damit verändert sich auch die Rolle der Darstellungsfläche. Je mehr Informationen gleichzeitig sichtbar sind, desto seltener muss der Radiologe zwischen verschiedenen Ansichten wechseln oder unterschiedliche Hanging-Protokolle aufrufen. 

„Man muss keine verschiedenen Layouts im Hanging konfigurieren, sondern kann alles auf einen Blick sehen. Das macht den Workflow noch einmal schneller“, bestätigt die Chefärztin für Radiologie im Zuger Kantonsspital. 

Genau hier sieht sie eine der wesentlichen Stärken des Coronis OneLook von Barco. Das Display bietet eine große zusammenhängende Arbeitsfläche, auf der unterschiedliche Bildserien und Anwendungen parallel angeordnet werden können. Das Ziel ist dabei nicht, möglichst viele Informationen gleichzeitig zu zeigen, sondern die für die jeweilige Aufgabe relevanten Inhalte ohne unnötige Wechsel verfügbar zu haben.

Befundung ist nur ein Teil des Arbeitstages

Für eine Chefärztin endet die Arbeit am Bildschirm allerdings nicht mit der radiologischen Befundung. Tabellen, PDFs, Dokumente und organisatorische Anwendungen gehören ebenso zum Alltag. Auch dieser Aspekt spielte bei Obmanns Entscheidung eine wichtige Rolle.

Statt zwischen einem Befundarbeitsplatz und einem separaten Office-Arbeitsplatz wechseln zu müssen, lassen sich auf derselben Arbeitsfläche unterschiedliche Anwendungen nutzen. Mehrere Fenster können nebeneinander angeordnet werden, ohne sie fortlaufend öffnen, schließen oder verschieben zu müssen.

Dabei kann die Bildschirmhelligkeit je nach Anwendung vordefiniert werden. Für die diagnostische Bildbetrachtung sind andere Bedingungen erforderlich als beim Lesen eines Textdokuments oder beim Arbeiten mit einer Tabelle.

Prof. Dr. med. Verena Obmann: „Für die Befundung habe ich natürlich gerne eine ganz andere Helligkeit, als wenn ich ein Textdokument anschaue.“

Der Arbeitsplatz passt sich damit stärker an die jeweilige Tätigkeit an. Gerade diese Flexibilität ist wichtig, weil Befundung und administrative Aufgaben im Tagesverlauf häufig wechseln.

Ein Klick statt fünf Ordner

Workflow-Optimierung findet jedoch nicht nur auf der großen Darstellungsfläche statt. Ein vergleichsweise kleines Detail des Coronis OneLook hat sich für Obmann im Alltag als besonders praktisch erwiesen: die Touchbar.

Dort lassen sich Anwendungen und Dokumente hinterlegen, die regelmäßig benötigt werden. Dazu gehören beispielsweise Guidelines oder Referenzdokumente. Gerade bei Empfehlungen, die einem grundsätzlich vertraut sind, müssen im klinischen Alltag häufig einzelne Grenz- oder Messwerte erneut überprüft werden.

Prof. Dr. med. Verena Obmann freut sich: „Wenn ich noch schnell etwas nachschauen will, öffnet sich das Dokument mit einem Klick sofort. Ich muss nicht erst suchen, wo ich es abgelegt habe, oder mich durch diverse Ordner klicken.“

Was für sich genommen nur wenige Sekunden spart, steht exemplarisch für Obmanns Verständnis eines modernen Befundarbeitsplatzes: Kein einzelnes Feature soll den Arbeitsablauf revolutionieren. Entscheidend ist vielmehr, möglichst viele kleine Unterbrechungen und unnötige Arbeitsschritte aus dem täglichen Workflow zu entfernen.

Auflösung ist nicht alles

Mit 32 Megapixeln bietet der Coronis OneLook von Barco eine sehr hohe Auflösung. Die Chefärztin für Radiologie ordnet deren Bedeutung allerdings differenziert ein. Besonders in der Mammographie sieht sie darin einen unmittelbaren Vorteil. Aber auch bei konventionellen Röntgenaufnahmen können feine Strukturen von einer detaillierten Darstellung profitieren.

Bei CT und MRT ist die reine Auflösung für sie dagegen nicht das entscheidende Argument. Hier stehen die Größe der Arbeitsfläche und die Möglichkeit, verschiedene Informationen sinnvoll miteinander zu kombinieren, stärker im Vordergrund.

Prof. Dr. med. Verena Obmann ist überzeugt: „Es ist wirklich ein Allround-Arbeitsplatz.“ Diese Einschätzung macht deutlich, dass sich die Anforderungen an einen modernen radiologischen Arbeitsplatz nicht mehr allein anhand klassischer Displayparameter beschreiben lassen. Entscheidend wird zunehmend, wie gut sich ein Display in den gesamten digitalen Arbeitsprozess einfügt.

Viele kleine Rädchen

Dazu gehört für Obmann auch die Arbeitsumgebung. Die integrierte Hintergrundbeleuchtung des Coronis OneLook sorgt für eine definierte Umgebungshelligkeit hinter dem Display. In ihrem Büro schaltet sie deshalb nur selten zusätzliches Raumlicht ein. Gerade im Winter empfindet die Radiologin die Hintergrundbeleuchtung als angenehm.

Wichtiger als einzelne Komfortmerkmale ist für sie jedoch das Gesamtkonzept. Die Radiologie arbeitet zunehmend mit miteinander verknüpften Systemen, Anwendungen und Datenquellen. Entsprechend lässt sich die Produktivität immer weniger auf die Leistungsfähigkeit einer einzelnen Komponente reduzieren.

Auch Barcos ClickShare ist dabei Teil des Arbeitsalltags: Prof. Dr. med. Verena Obmann nutzt die kabellose Präsentationslösung beispielsweise, um Aufnahmen auf einen großen Demonstrationsbildschirm zu übertragen und gemeinsam mit ihren Radiologinnen und Radiologen in der Röntgenbesprechung zu diskutieren. 

Sie zieht deshalb eine Parallele zur Entwicklung anderer radiologischer Technologien: Der Fortschritt entsteht zunehmend durch das Zusammenspiel vieler Komponenten innerhalb eines durchgängigen Workflows. 

„Wir arbeiten mittlerweile so verzahnt und vernetzt in Workflows, in denen alles ineinander spielt. Jedes kleine Rädchen, das besser funktioniert, macht den Gesamtprozess schneller“, beschreibt die Radiologin den Ablauf in der modernen Diagnostikabteilung. 

Der Befundmonitor wird damit selbst zu einem dieser Rädchen. Seine Aufgabe besteht nicht mehr ausschließlich darin, medizinische Bilder möglichst hochwertig darzustellen. Er wird zur zentralen Arbeitsfläche, auf der Bilddaten, klinische Informationen, Referenzmaterialien und administrative Anwendungen zusammenkommen. 

Für Prof. Dr. med. Verena Obmann liegt genau darin der entscheidende Nutzen des neuen Arbeitsplatzes: weniger Wechsel, weniger Suchen und mehr relevante Informationen auf einen Blick. 

ZUGER Kantonsspital

Das Zuger Kantonsspital umfasst vier Kliniken: die Chirurgische Klinik, die Klinik für Orthopädie und Traumatologie, die Medizinische Klinik und die Frauenklinik. Diese Schwerpunkte werden ergänzt durch die Anästhesie / Intensivmedizin mit Intensivstation, die diagnostische und interventionelle Radiologie sowie das interdisziplinäre Notfallzentrum. 

Seit über 160 Jahren steht das Zuger Kantonsspital im Dienst der Gesundheit der Zuger Bevölkerung und legt grossen Wert auf Qualität, Patientensicherheit und Patientenzufriedenheit. Mehr als 1.200 Mitarbeitende, davon etwa 180 in Aus- und Weiterbildung, sind in den verschiedensten Bereichen tätig. Jedes Jahr behandelt und betreut das Zuger Kantonsspital rund 12.000 stationäre und 70.000 ambulante Patientinnen und Patienten. Im interdisziplinären Notfallzentrum werden jährlich mehr als 27.000 Personen behandelt. 

IT-Check

Nahtlos integriert

Was ein neuer Befundarbeitsplatz im klinischen Alltag leisten kann, ist die eine Seite. Auf der anderen Seite muss sich die Technik möglichst reibungslos in die vorhandene IT-Infrastruktur, die Administration und die Qualitätssicherung einfügen. 

Bei der Einführung des Barco Coronis OneLook am Zuger Kantonsspital war auch Thomas Wolf, Account Manager Healthcare bei Bechtle Schweiz, beteiligt. Barco arbeitet mit dem Systemintegrator Bechtle im Schweizer Gesundheitswesen zusammen. 

Im Gespräch erläutert Sacha Marbacher, stv. Leiter Informatik am Zuger Kantonsspital, die technische Umsetzung der Displayintegration. 

Sacha MArbacher
Sacha Marbacher, stv. Leiter Informatik am Zuger Kantonsspital
Quelle: Zuger Kantonsspital

Herr Marbacher, wie aufwendig war die Integration des Coronis OneLook in die bestehende IT-Infrastruktur?

Die Integration verlief eigentlich nahtlos. Es gab weder aufseiten des Lieferanten noch bei der Kommunikation mit unseren bestehenden Systemen Schwierigkeiten. Der Monitor läuft über dieselben Schnittstellen respektive Systeme wie die bestehenden Monitore. Auch bei der Administration gibt es keine Besonderheiten.

Während der Testphase hatten wir nur ein kleines Problem mit der dedizierten Grafikkarte. Das konnte aber schnell gelöst werden. Inzwischen funktioniert das System problemlos. Wenn wir Unterstützung benötigten, war der Support von Barco schnell verfügbar und suchte gemeinsam mit uns nach einer Lösung. 

Wie haben Sie Administration und Qualitätssicherung in die bestehenden Prozesse eingebunden?

Für uns war es wichtig, den Coronis OneLook auch für die vorgeschriebenen jährlichen Kontrollen in unsere bestehende Monitorverwaltung und Qualitätssicherung integrieren zu können. Das hat funktioniert. Die Workstations und die jeweiligen Monitore sind dort zentral hinterlegt und können entsprechend verwaltet werden. Das erleichtert auch die Dokumentation, weil wir nicht für jedes Gerät mit separaten Papierunterlagen arbeiten müssen.

in die entsprechenden Systeme ein. Die eigentlichen Prüfungen werden von der Radiologie gemeinsam mit dem zuständigen externen Partner organisiert. 

Was ist aus IT-Sicht Ihr Fazit nach der Einführung?

Für uns ist es entscheidend, dass ein technisch hochwertiger Arbeitsplatz keine zusätzliche Komplexität in der IT verursacht. Genau das ist hier gelungen. Der Coronis OneLook von Barco fügt sich in die vorhandene Infrastruktur ein, lässt sich zentral administrieren und verursacht im laufenden Betrieb keine zusätzlichen Einschränkungen. Für uns war es letztlich eine nahtlose Integration. 

Für die Qualitätskontrolle ist eine Zusammenarbeit zwischen IT und Radiologie erforderlich. Wir schaffen die technischen Voraussetzungen, installieren und konfigurieren die Geräte und binden sie 

Prof. Dr.med. Verena Obmann
Mit der zunehmenden Komplexität von Schnittbilduntersuchungen nimmt die Zahl der Bildinformationen zu. Zusätzliche Datensätze, etwa aus der spektralen CT, müssen bei der Befundung übersichtlich und möglichst gleichzeitig dargestellt werden.
Quelle: Zuger Kantonsspital
Anbieter

Barco

Greschbachstraße 5a
76229 Karlsruhe
Deutschland

www.barco.com

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