Das Projekt COMBINE-CT kombiniert KI-gestützte Auswertung der Coronar-CT-Angiographie (CCTA) mit moderner spektraler CT‑Bildgebung. Darüber hinaus untersucht die SPCCT-STENT-Studie, eine Forschungsplattform für Spectral-Photon-Counting-CT (SPCCT), die photonenzählende Detektortechnologie mit spektraler CT kombiniert und perspektivisch eine weiter verbesserte Darstellung von Koronarstents ermöglichen kann.
Koronare Herzkrankheit bleibt eine der Herausforderungen der modernen Medizin
Die koronare Herzkrankheit (KHK) ist weiterhin eine der häufigsten Ursachen kardiovaskulärer Morbidität und Mortalität. Mit der alternden Bevölkerung nimmt die Prävalenz atherosklerotischer Gefäßerkrankungen weiter zu – ebenso der Bedarf an Diagnostik, Therapie und Nachsorge.
Zugleich wächst der Anspruch an präzise, effiziente und patientenschonende Diagnostik. Da invasive Koronarangiographien häufig keine hämodynamisch relevante Stenose zeigen, gewinnt eine verlässliche nichtinvasive Vorauswahl an Bedeutung. Die koronare CT-Angiographie (CCTA) rückt daher zunehmend in den Fokus moderner Versorgungskonzepte.
Die zentrale Herausforderung besteht heute nicht mehr allein darin, Erkrankungen möglichst früh zu erkennen. Vielmehr geht es darum, die vorhandenen diagnostischen Informationen so zu nutzen, dass sie entlang des gesamten Versorgungspfades zu besseren klinischen Entscheidungen beitragen. Genau hier setzt das Projekt Forschung an: Es untersucht, anhand von insgesamt fünf Studien, wie moderne CT-Bildgebung, Künstliche Intelligenz und neue spektrale Bildgebungstechnologien dazu beitragen können, die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit koronarer Herzkrankheit weiter zu verbessern.
Nichtinvasive Koronarbildgebung gewinnt an Bedeutung
Die Coronar-CT-Angiographie (CCTA) hat sich in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Verfahren in der Abkl.rung der KHK entwickelt. Die aktuellen ESC-Leitlinien empfehlen sie bei Patientinnen und Patienten mit niedriger bis moderater Wahrscheinlichkeit einer stenosierende KHK als bevorzugte bildgebende Erstuntersuchung.
Ein wesentlicher Grund dafür ist die klinische Realität: Obwohl die invasive Koronarangiographie weiterhin als Referenzverfahren gilt, zeigen viele diagnostische Herzkatheteruntersuchungen keine relevante Koronarstenose. Für die Betroffenen bedeutet dies dennoch eine invasive Untersuchung mit Gefäßfunktion, Kontrastmittelgabe und Strahlenexposition.
Vor diesem Hintergrund gewinnt die nichtinvasive Koronarbildgebung zunehmend an Bedeutung. Sie kann helfen, Patientinnen und Patienten gezielter einer invasiven Diagnostik zuzuführen und unnötige Untersuchungen zu vermeiden.
Dies verbessert die Patientensicherheit und den Komfort der Untersuchung und eröffnet gleichzeitig die Möglichkeit, Ressourcen im Gesundheitssystem effizienter einzusetzen.
Gleichzeitig liefert die moderne CCTA heute deutlich mehr Informationen als die reine Beurteilung einer Stenose. Plaquelast, Plaquecharakteristika und individuelle Risikomarker können die Grundlage für eine präzisere Risikostratifizierung und Therapieplanung bilden.
Informationen über die Anatomie vor dem Eingriff können die Entscheidung über den geeigneten therapeutischen Zugangsweg unterstützen. Die Darstellung lokaler Gefäß-Eigenschaften wie Plaques, Verkalkungen und Verzweigungsmuster kann zudem bei der Wahl der Plaquebehandlung sowie des Stenttyps und der Stentlänge helfen.
Auch die gewünschten Betrachtungswinkel können bereits vor dem Eingrif festgelegt und gespeichert werden.
Damit entwickelt sich die CT-Bildgebung zunehmend von einem diagnostischen Gatekeeper zu einem integralen Bestandteil des gesamten Versorgungspfades. Diese zusätzliche Perspektive eröffnet die Möglichkeit, CT-Bildgebung neu zu denken. Künftig könnte die CCTA nicht nur bei der Erstdiagnostik, sondern entlang des gesamten Versorgungspfades eingesetzt werden: von der Risikostratifizierung über die Therapieplanung bis hin zur Nachsorge.
Voraussetzung dafür ist jedoch der klinische Nachweis, dass diese zusätzlichen Informationen tatsächlich zu besseren Entscheidungen, effizienteren Abläufen und einem Mehrwert für Patientinnen und Patienten führen. Genau diese Fragen stehen im Mittelpunkt des COMBINE-CT-Projekts.
COMBINE-CT: Europäische Forschung für die Versorgung von morgen
COMBINE-CT ist ein von der Innovative Health Initiative (IHI) gefördertes europäisches Forschungsprojekt, das den Einsatz moderner CT-Bildgebung entlang des gesamten Versorgungspfads von Patientinnen und Patienten mit koronarer Herzkrankheit untersucht. Nach einer mehrjährigen Entwicklungsphase hat das Konsortium nun die klinische Evaluationsphase erreicht und fünf multizentrische Studien gestartet.
Ziel des Projekts ist es, den Nutzen von CCTA, Künstlicher Intelligenz, spektraler CT-Bildgebung und zukünftigen Technologien, wie Spectral-Photon-Counting-CT, nicht nur technisch, sondern vor allem patienten- und outcomezentriert im klinischen Alltag zu untersuchen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, welchen Mehrwert diese Ansätze für Patientinnen und Patienten, in unterschiedlichen europäischen Gesundheitssystemen leisten können.
Innovation und Förderprogramme stellen den Menschen in den Mittelpunkt
Europäische Förderprogramme wie die Innovative Health Initiative (IHI) helfen dabei, die oft als „death valley of innovation“ zitierte Lücke zwischen technologischer Innovation und klinischer Anwendung zu überwinden. Ziel ist es nicht nur, neue Verfahren zu entwickeln, sondern ihren Nutzen für Patientinnen und Patienten wissenschaftlich zu belegen. COMBINE-CT hat nach erfolgreicher Technologieentwicklung nun die klinische Evaluationsphase erreicht. In fünf multizentrischen Studien wird untersucht, welchen Beitrag moderne CT-Bildgebung, Künstliche Intelligenz und spektrale Bildgebungstechnologien für die Versorgung von Menschen mit koronarer Herzkrankheit leisten können. Bemerkenswert ist dabei der konsequent patientenzentrierte Ansatz des Konsortiums. Neben klinischen und gesundheitsökonomischen Fragestellungen werden Patientenorganisationen aktiv in das Projekt eingebunden, um die Perspektive der Betroffenen bereits während der klinischen Evaluation zu berücksichtigen. Dieser ganzheitliche Blick auf Innovation, klinischen Nutzen und Versorgung entspricht dem Anspruch des Projektkoordinators Philips, technologische Entwicklungen nicht isoliert zu betrachten, sondern an ihrem Beitrag für die Versorgung von Patientinnen und Patienten zu messen.
Diese fünf Studien adressieren unterschiedliche, aber eng miteinander verknüpfte Fragestellungen, die neue Evidenz der CCTA über diagnostische Performance bis zu einem vollständigen CCTA-Behandlungspfad generieren. CONVENE untersucht den Nutzen eines durchgängigen CT-basierten Versorgungspfades. CODEX-1 fokussiert auf die Robustheit und Reproduzierbarkeit KI-gestützter Auswertungen. IMPACT evaluiert die Übereinstimmung nichtinvasiver CT-basierter Informationen mit invasiven Referenzverfahren. SPCCT-STENT untersucht das Potenzial von Spectral-Photon-Counting-CT für die Nachsorge nach komplexen koronaren Interventionen. EVOLVE widmet sich schließlich der Frage, ob wiederholte CT-Untersuchungen künftig dazu beitragen können, Hochrisikoplaques und Krankheitsprogression früher zu erkennen und die individuelle Risikobeurteilung zu verbessern. Gemeinsam sollen diese Studien die Evidenzbasis dafür schaffen, die koronare CT-Angiographie künftig nicht nur als diagnostischen Gatekeeper, sondern als integralen Bestandteil eines durchgängigen Versorgungspfades für Menschen mit koronarer Herzkrankheit zu nutzen. Gerade durch sowohl den Einschluss von Patienten aus besonderen Risikogruppen, als auch von Patienten mit bereits erfolgter PCI wird die Versorgungsrealität auch anspruchsvoller Gruppen abgebildet.
| Studie | Untersuchungsziel | |
| CONVENE |
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| CODEX-1 |
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| IMPACT |
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| SPCCT-STENT |
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| EVOLVE |
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