Auf dem diesjährigen Europäischen Radiologiekongress stellt Siemens Healthineers seine neueste Innovation im Bereich der interventionellen Radiologie vor: Die neuen Angiographie-Plattformen Artis genio, Artis icono.explore und Artis icono.vision nutzt künstliche Intelligenz, um die präzise Embolisation zur Behandlung von Leberkrebs zu unterstützen.
Mit neuen angiographischen Plattformen adressiert Siemens Healthineers zentrale Herausforderungen der interventionellen Onkologie: steigende Patientenzahlen, komplexe Eingriffe und den Bedarf an standardisierten, zugleich personalisierten Therapieansätzen. Auf dem European Congress of Radiology (ECR) stellte das Unternehmen ein erweitertes Portfolio der Artis-Systeme vor, das insbesondere die präzise Embolisation von Lebertumoren durch KI-basierte Bildverarbeitung und Workflow-Unterstützung verbessern soll.
Im Zentrum steht dabei die Kombination aus fortgeschrittener 3D-Bildgebung, automatisierter Bewegungsreduktion und KI-gestützter Planung. Embolisationen gelten als etablierte minimalinvasive Therapieoptionen in der Onkologie, da sie Tumoren gezielt behandeln und systemische Nebenwirkungen reduzieren können. Gleichzeitig erfordern sie ein hohes Maß an Präzision sowie eine exakte Visualisierung der vaskulären Anatomie. Hier setzen die neuen Systeme an, indem sie sowohl die Bildqualität als auch die klinische Entscheidungsunterstützung optimieren.


Bewegungsartefakte reduzieren, Planung standardisieren
Eine zentrale Neuerung ist die Software Syngo DynaCT MORE, die Bewegungsartefakte in Cone-Beam-CT-Datensätzen automatisiert reduziert. Insbesondere in thorakalen und abdominalen Regionen kann die Bildqualität durch Atembewegungen oder Herzaktivität beeinträchtigt werden. Durch iterative Rekonstruktionstechniken sollen bislang nicht verwertbare Datensätze wieder nutzbar werden, wodurch sich Wiederholungsaufnahmen vermeiden lassen.
Ergänzend unterstützt der KI-basierte myEmbolization Guide die Planung interventioneller Eingriffe. Der Algorithmus wurde organspezifisch trainiert und ermöglicht eine präzise dreidimensionale Tumorkonturierung sowie die Erstellung detaillierter Gefäßkarten. Diese Differenzierung zwischen tumorversorgenden und anderen Gefäßen kann die Navigation im Interventionsraum erleichtern und zu einer stärker standardisierten Vorgehensweise beitragen.
Bildqualität und Workflow im Fokus
Neben der Planung steht auch die Bildverarbeitung im Fokus der Innovationen. Die neue Optiq-AI-Bildkette nutzt KI-basierte Algorithmen zur Rauschreduktion in Echtzeit, wodurch eine verbesserte Bildqualität bei gleichbleibender Strahlendosis erreicht werden soll. Gleichzeitig zielt das System auf eine effizientere Interaktion zwischen Kontroll- und Untersuchungsraum ab und wird durch eine intuitive Benutzeroberfläche unterstützt, die Anwender durch den gesamten Workflow führt.
Mit diesem Ansatz positioniert Siemens Healthineers die interventionelle Radiologie zunehmend als datengetriebenes, hochstandardisiertes Therapiefeld. Die Integration von KI in die Planung, die Bildgebung und die Entscheidungsprozesse unterstreicht den Trend, die minimalinvasive Onkologie stärker zu automatisieren und gleichzeitig die Individualisierung der Behandlung zu verbessern. Für radiologische Einrichtungen bedeutet dies perspektivisch eine Kombination aus höherer Effizienz und gesteigerter therapeutischer Präzision – insbesondere in komplexen interventionellen Szenarien.










