Carebot bringt eigene KI für die Mammographie in den klinischen Einsatz

Der tschechische KI-Anbieter Carebot hat mit Carebot AI MMG eine eigene Lösung für die KI-gestützte Mammographie vorgestellt.

carebot MMG

Gleichzeitig steht eine großflächige Einführung bevor: Nach dem Gewinn einer nationalen Ausschreibung soll die Technologie schrittweise in nahezu 400 Krankenhäusern in Polen verfügbar werden.

Carebot AI MMG soll Radiologinnen und Radiologen bei der Interpretation von Mammographie-Aufnahmen und der Früherkennung von Brustkrebs unterstützen. Die Software analysiert die Aufnahmen, markiert verdächtige Bereiche und stellt zusätzliche Informationen für die Befundung bereit. Dabei ist die KI als unabhängige zusätzliche Beurteilung unmittelbar nach der Bilderfassung vorgesehen.

Nach Angaben des Herstellers werden Untersuchungen, die das System als negativ einstuft, in 99,6 Prozent der Fälle tatsächlich als negativ bestätigt. Die zusätzliche Kontrolle soll einerseits die Befundung unterstützen und andererseits dazu beitragen, verdächtige Veränderungen nicht zu übersehen.

KI etabliert sich in der Mammographie

In der Tschechischen Republik wird künstliche Intelligenz bereits zunehmend im Mammographie-Screening eingesetzt. Nach Angaben von Prof. Jan Daneš, Vorsitzender des Ausschusses für das Brustkrebs-Screeningprogramm des tschechischen Gesundheitsministeriums, nutzen rund 30 Prozent der Mammographiezentren des Landes bereits KI, weitere Einrichtungen testen entsprechende Systeme.

Neben der eigentlichen Bildanalyse übernimmt Carebot AI MMG auch Aufgaben der Qualitätssicherung. Die Software kann die technische Qualität einer Mammographie bewerten und das Personal auf Probleme hinweisen, die sich auf die spätere diagnostische Beurteilung auswirken könnten.

Einsatz in nahezu 400 polnischen Krankenhäusern

Eine besondere Dimension erreicht der Einsatz der Carebot-Technologie in Polen. Gemeinsam mit dem polnischen Medizintechnikanbieter Synektik hat Carebot eine Ausschreibung des polnischen e-Health Centre für KI-Modelle zur Analyse von Mammographien und Thorax-Röntgenaufnahmen gewonnen. Der Vertrag für die Mammographie-Lösung wurde am 20. August 2026 unterzeichnet. Die Systeme sollen anschließend schrittweise in nahezu 400 Krankenhäusern verfügbar werden.

Die Verträge sind Teil einer Ausschreibung mit einem Gesamtbudget von rund 150 Millionen PLN beziehungsweise etwa 35 Millionen Euro. Finanziert wird das Projekt über NextGenerationEU im Rahmen des polnischen Aufbau- und Resilienzplans.

Das Besondere ist dabei nicht allein die Zahl der beteiligten Kliniken. Polen setzt auf eine zentrale Infrastruktur für den Einsatz von KI in der diagnostischen Bildgebung. Grundlage ist die sogenannte „Platforma Usług Inteligentnych“, eine nationale Plattform für intelligente Dienste. Krankenhäuser sollen sich schrittweise an diese Plattform anbinden und darüber zertifizierte KI-Lösungen beziehen, integrieren und betreiben können.

KI wird in bestehende Arbeitsumgebung integriert

In den angeschlossenen Krankenhäusern sollen Mammographie- beziehungsweise Röntgenaufnahmen automatisiert von den KI-Modellen analysiert werden. Die Software markiert auffällige Bereiche und erzeugt eine strukturierte Ausgabe für die Befundung. Radiologinnen und Radiologen sollen dabei weiterhin in ihrer gewohnten Arbeitsumgebung arbeiten und die KI-Ergebnisse als zusätzliche unabhängige Beurteilung erhalten.

Carebot liefert als Technologiepartner des Konsortiums die KI-Modelle für Mammographie und Thorax-Röntgen. Nach Unternehmensangaben sind die Lösungen gemäß der europäischen Medical Device Regulation als Medizinprodukte zertifiziert und bereits in mehr als 15 Ländern klinisch im Einsatz. Synektik übernimmt in Polen die Integration in die nationale Plattform, die Implementierung im Krankenhausnetzwerk sowie die laufende Wartung.

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