
Über die letzten Jahre hat sich die Teleradiologie aus der Nische zu einem festen Bestandteil der täglichen Versorgung entwickelt. Vielerorts wäre eine verlässliche radiologische Diagnostik ohne sie kaum noch aufrechtzuerhalten. Sie trägt maßgeblich dazu bei, die Versorgung in Zeiten des Fachkräftemangels sicherzustellen, steigende Untersuchungszahlen effizient zu bewältigen und radiologische Abteilungen spürbar zu entlasten. Gleichzeitig schafft sie Flexibilität bei Nacht- und Wochenenddiensten, überbrückt Personalengpässe und stellt sicher, dass radiologische Expertise jederzeit verfügbar ist.
Vernetzte Radiologie: Der nächste Schritt für eine stabile Versorgung
Aus der klassischen Teleradiologie entsteht nun eine neue Versorgungsform: die standortübergreifend vernetzte Radiologie. Technisch knüpft sie an die Teleradiologie an, erweitert deren Einsatz jedoch grundlegend. Radiologische Abteilungen verschiedener Klinikstandorte oder regionale Versorgungsstrukturen lassen sich digital verbinden, Expertisen bündeln und personelle Ressourcen flexibel verteilen. Damit entsteht ein leistungsfähiges Fundament, um radiologische Leistungen auch unter zunehmendem wirtschaftlichem und personellem Druck zuverlässig bereitzustellen.
Warum Vernetzung zur Notwendigkeit wird
Mehrere Entwicklungen treiben diese Transformation voran.
1. Steigende Fallzahlen bei stagnierenden Personalressourcen
Die Schnittbilddiagnostik ist in den letzten fünf Jahren um rund 30 % gewachsen, während die Fachkräftezahl nur langsam zunimmt. 46 % der Krankenhäuser haben Schwierigkeiten, MTR-Stellen zu besetzen, und rund 28 % der Radiologinnen und Radiologen erreichen in den nächsten fünf Jahren das Rentenalter. Personalengpässe sind die Folge.
2. Hoher Digitalisierungsgrad der Radiologie
Kaum ein medizinisches Fach verfügt über eine vergleichbar vollständige digitale Datenbasis: Bilddaten, Patientendaten und Befunde liegen bereits elektronisch vor. Die Radiologie besitzt damit ideale Voraussetzungen für standortübergreifende Zusammenarbeit.
3. Durchgängige digitale Workflows werden Realität
Erst mit vollständig digitalisierten Workflows und tiefer Integration in RIS/KIS-Systeme ist es möglich, Befundungsprozesse ohne manuelle Zwischenschritte und Medienbrüche auch in einer heterogenen IT-Landschaft standortübergreifend abzubilden. Das Unternehmen Raya Diagnostics hat diesen Ansatz konsequent umgesetzt: Ein Klick im RIS kann heute den gesamten externen oder vernetzten Befundungsprozess starten, inklusive automatischer Datenübertragung und Rückintegration des Befunds.

RayaONE: Plattform für standortübergreifende Radiologie
Mit RayaSERVICE ist Raya Diagnostics in kurzer Zeit zu einem führenden Anbieter für Teleradiologie geworden. Die dafür entwickelte Software stellt das Unternehmen seit 2025 mit RayaONE auch als Software-as-a-Service-Lösung zur Verfügung und adressiert gezielt die Vernetzung radiologischer Abteilungen sowie den Aufbau skalierbarer Strukturen und Workflows innerhalb und zwischen Organisationen.
Die Software verbindet Standorte in einer gemeinsamen digitalen Arbeitsumgebung, selbst bei heterogenen IT-Infrastrukturen. Dank nahtloser Integration in bestehende RIS/KIS bleiben etablierte klinische Workflows, insbesondere für MTR, unverändert, während gleichzeitig eine standortübergreifende Zusammenarbeit ermöglicht wird. Alle Beteiligten greifen auf dieselbe intelligente Worklist zu, teilen Befundungen flexibel auf und nutzen KI-Unterstützung als zweites digitales Auge. Durch die vollständig webbasierte Architektur entfallen lokale Installationen; Wartungsaufwand und IT-Belastung werden deutlich reduziert.
RayaONE eignet sich damit ideal, um die teleradiologische Versorgung innerhalb von Klinikverbünden oder Konzernen zu bündeln, Lastspitzen auszugleichen und Spezialexpertise flexibel zwischen Standorten verfügbar zu machen, sowie vorhandene Kapazitäten effizient zu orchestrieren. Gleichzeitig kann die Plattform als technologische Grundlage für den Aufbau eines eigenen, skalierbaren Teleradiologie-Services dienen.
So lässt sich der Einsatz der geringen Ressourcen spürbar verbessern, denn Personal fehlt oft nicht grundsätzlich, sondern steht zur richtigen Zeit am falschen Ort zur Verfügung. RayaONE bietet die Möglichkeit, den Ort der Bildgebung vom Ort der Befundung zu trennen und damit flexibler zu agieren. Analysen zeigen, dass sich damit bis zu 50 Prozent Kosten im Dienst durch effizienteren Personaleinsatz einsparen lassen.
Ein weiterer Vorteil von RayaONE: Sollte es trotz Vernetzung und Bündelung der Kapazitäten zu personellen Engpässen kommen, kann jederzeit direkt aus dem System der teleradiologische Service von Raya hinzugenommen werden.
In dieser vernetzten Radiologie steckt immenses Potenzial mit nahezu systemweiter Bedeutung. Ein wesentlicher Grund ist der wachsende wirtschaftliche Druck auf die Kliniken und die damit einhergehenden Umstrukturierungen. Kliniken schließen, andere bilden Verbünde. Gleichzeitig wird der ambulante und stationäre Sektor enger zusammenwachsen. Damit entstehe neue klinische Prozesse. Krankenhäuser benötigen neue Technologien und Strategien, um unter diesen Rahmenbedingungen weiterhin eine hochwertige Patientenversorgung sicherzustellen. Im Falle der Teleradiologie wird diese vom operativen Notfallinstrument zum strategischen Baustein der Versorgungsplanung.
Use Case: Lungenkrebsscreening als Treiber der Vernetzung
Wie groß der Bedarf an vernetzter Radiologie ist, zeigt das Lungenkrebsscreening, das ab April für starke Raucher zwischen 50 und 75 Jahren mittels LDCT startet. Die programmatischen Anforderungen gehen dabei weit über die reine Untersuchung hinaus: Gefordert sind eine nahtlose Integration in bestehende Kliniksysteme, der Einsatz KI-gestützter Detektionssoftware sowie ein stabiler, regelkonformer Betrieb der gesamten Screening-Infrastruktur inklusive strukturierter Zweitbefundung.
Um diese Vorgaben wirtschaftlich und organisatorisch umzusetzen, braucht es digitale Plattformen, die standortübergreifende Zusammenarbeit ermöglichen und KI effizient einbinden. Vernetzte Workflows erlauben es, Mindestfallzahlen für Befunder zu erfüllen und spezialisierte Zentren unkompliziert in die Zweitbefundung einzubinden – ohne Medienbrüche oder Verzögerungen. Gleichzeitig profitieren Screening-Zentren strategisch: Durch die direkte digitale Anbindung zahlreicher Zuweiser lässt sich der Patientenpfad transparenter steuern, die Akquise aktiver gestalten und die Versorgungskapazität planbar ausbauen.
Damit wird das Lungenkrebs-Screening zum Praxisbeispiel dafür, wie vernetzte Radiologie neue Versorgungsprogramme nicht nur unterstützt, sondern überhaupt erst effizient und skalierbar macht.
Einige Zentren und Praxen setzen bereits auf RayaONE als Vernetzungs- und Workflowlösung für das Lungenkrebsscreening. Raya stellt hierbei nicht nur die Software, sondern übernimmt auch die technische Anbindung aller Beteiligten mit spürbarer Entlastung für die IT.

Fazit: Vernetzung als strategische Zukunft der Radiologie
Die Teleradiologie hat ihre Nische verlassen. Vollständig digitale Workflows und tiefe Systemintegration ermöglichen heute eine neue Dimension: die standortübergreifend vernetzte Radiologie.
Sie erlaubt es,
- knappe radiologische Ressourcen effizienter einzusetzen
- Spezialexpertise breit verfügbar zu machen
- neue Versorgungsprogramme umzusetzen
- Netzwerkeffekte trotz heterogener IT Strukturen im Praxis-/Klinikverbund zu nutzen
Plattformen wie RayaONE schaffen dafür die infrastrukturelle Grundlage. Gerade unter wachsendem wirtschaftlichem Druck und zunehmendem Fachkräftemangel wird die Vernetzung radiologischer Abteilungen damit zum entscheidenden Schritt, um eine flächendeckend hochwertige Diagnostik und die Patientenversorgung weiterhin sicherzustellen.
Raya Diagnostics ist ein führender Anbieter für Teleradiologie:
RayaSERVICE bietet exzellente Befundungsqualität durch subspezialisierte, festangestellte Radiologinnen und Radiologen, die das gesamte radiologische Leistungsspektrum abbilden (inkl. Q2 Cardio, Kinderradiologie etc.). Befundanfragen werden mit einem Klick direkt aus dem RIS/KIS an Raya übermittelt, ohne den klinischen Workflow zu verändern. Raya versorgt über 70 Kliniken, darunter etwa Sana sowie Artemed Kliniken.
RayaONE ist die Teleradiologie-Software für einen standort- und systemunabhängigen Workflow – interoperabel mit jedem RIS und PACS, webbasiert und ohne Installationsaufwand:
- Die globale Worklist poolt alle Patientenfälle für eine intelligente Priorisierung und Verteilung.
- Ein einheitlicher Befundungsworkflow für eine effiziente Befundung inkl. Spracherkennung, integrierter KI als Co-Pilot sowie Templates und Grafiken
- Eine Software die von Radiologen für Radiologen entwickelt wurde

Radikale Vereinfachung
Interview mit Raya Diagnostics
Frau Dr. Sommer, wenn Sie den Erfolg von Raya Diagnostics auf einen einzigen Faktor reduzieren müssten – welcher wäre das?
Wir haben den teleradiologischen Workflow auf einen Klick reduziert. Unser Anspruch war: Eine Ärztin oder ein Arzt soll den gesamten teleradiologischen Prozess aus dem bestehenden RIS heraus mit nur einem Klick starten können – ohne Medienbruch, ohne Zusatzsystem, ohne IT-Umwege. Radiologische Expertise sollte über Klinikgrenzen hinweg verfügbar sein, aber der Workflow für die MTRs und die Zuweiser vor Ort bleibt derselbe. Genau das haben wir umgesetzt.
Warum war das so besonders? Digitale Bilddaten gab es doch längst.
Ja – aber Digitalisierung allein ist noch kein funktionierender Prozess.
In der Radiologie liegen alle Informationen digital vor: Bilddaten im PACS, Patientendaten im RIS und der fertige Befund im KIS. Was fehlte, war ein einfacher Workflow, der diesen Prozess auch im teleradiologischen Kontext intelligent abbildet.
Der Workflow im teleradiologischen Setting war oft kompliziert: Daten mussten manuell eingegeben und hochgeladen werden und per Copy & Paste aus PDF-Dateien in die Eingabemaske im RIS rückübertragen werden. Vom Fax Workflow spreche ich erst gar nicht. Auch dieser digitale Prozess war zeitaufwendig, fehleranfällig und schlicht nicht mehr zeitgemäß. Die notwendige Software existierte nicht. Also haben wir sie selbst entwickelt.
Was hat Sie persönlich dazu gebracht, diesen Schritt zu gehen?
Eigener Bedarf. Ich habe lange an einem universitären Haus gearbeitet und die Kombination aus Klinik, Lehre und Forschung sehr geschätzt. Mit der Geburt meiner Kinder wurde jedoch klar: Dieses System bietet kaum Flexibilität. Lange Schichten und physische Präsenzpflicht – das lässt sich nur schwer mit Familie vereinbaren. So geht es vielen Kolleginnen und Kollegen in der Rushhour des Lebens, wenn es um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie geht. Mir wurde klar: Es fehlt nicht an Fachkräften. Es fehlt an Struktur.
Sie haben also die Lösung entwickelt, die Sie selbst gebraucht hätten?
Absolut. Ich kenne die Perspektive von Fachärztinnen und Fachärzten und weiß, was MTRs im Alltag wirklich entlastet. Deshalb war unser Ansatz von Beginn an: Radiologinnen und Radiologen definieren den Workflow. Entwicklerinnen und Entwickler setzen ihn technisch um. Wir wollten kein weiteres Tool in einem eh schon komplizierten System. Wir wollten den Befundungsprozess im teleradiologischen Kontext neu denken.
Wie sieht das konkret aus?
Unsere Software ist vollständig browserbasiert und unabhängig von der lokalen IT-Struktur. Sie ist mit allen führenden RIS-Systemen kompatibel.
In der voll integrierten Variante gibt es im RIS genau einen Button. Wird er gedrückt, werden alle relevanten Daten automatisch an unsere Plattform übertragen. Auch der Prozess der Indikationsstellung läuft 100 % digital ab. Nach der Befundung landet der Bericht exakt dort, wo er auch bei einer Vor-Ort-Diagnose liegen würde.
Für das Team vor Ort ändert sich nichts – außer der spürbaren Entlastung. Weniger Reibung. Weniger Dokumentationsaufwand. Mehr Zeit für Patientinnen und Patienten.

Sie bieten zwei Modelle an: RayaSERVICE und RayaONE. Wo liegt der Unterschied?
Mit RayaSERVICE treten wir selbst als teleradiologisches Zentrum auf. Knapp 40 festangestellte Radiologinnen und Radiologen arbeiten bei uns, darunter auch Kolleginnen und Kollegen mit seltenen Spezialisierungen, wie Kinderradiologie. Wir unterstützen Kliniken / MVZ mit Teleradiologie oder flexibel bei der Befunderstellung am Tag im Fall von Kapazitätsengpässen. Für unsere Zuweiser sichern wir damit die Versorgung, erzielen wir wirtschaftliche Vorteile und führend zu einer spürbaren Entlastung im Team.
Tagsüber befunden wir nach Schwerpunkt. Nachts stehen – je nach Klinik – mehrere Fachärzte mit unterschiedlichen Schwerpunkten zur Verfügung.
KI ist dabei fest in unseren Workflow integriert und fungiert als Co-Pilot für die Triagierung und als zweites digitales Augenpaar.
24/7 IT-Support ist dabei selbstverständlich. Bereits vor dem ersten Befund unterstützen wir Neuzuweiser intensiv im Onboarding und nehmen Sie während des gesamten Genehmigungs- und Zertifizierungsprozess aktiv an die Hand
Wichtig ist uns: Unsere Radiologinnen und Radiologen sind Teil des Teams vor Ort. Viele Ärztinnen und Ärzte vor Ort kennen unsere Radiologen persönlich. Es entsteht echtes Teamgefühl – trotz räumlicher Distanz. Gemeinsam geht es um die optimale Versorgung der Patientinnen und Patienten; dieser Verantwortung sind wir uns sehr bewusst. Umso wichtig ist eine exzellente und vertrauensvolle Zusammenarbeit auf Augenhöhe.
Und RayaONE?
RayaONE ist unsere Software für die teleradiologische Vernetzung.
Wir haben sie entwickelt, weil Kliniken, die mit RayaSERVICE arbeiteten, unseren Workflow für ihre eigenen Strukturen nutzen wollten. Heute bieten wir RayaONE als Software-as-a-Service an.
Damit können Klinikverbünde, regionale Netzwerke oder MVZ ihre Radiologie standortübergreifend organisieren und Ressourcen bündeln. Nicht nur im Rahmen der Teleradiologie nach Strahlenschutzgesetz, sondern auch zum Workload-Balancing, für Zweitmeinungen durch Experten oder für Urlaubs-und Krankheitsvertretungen innerhalb eines Verbundes. Das Besondere daran: RayaONE ist mit jeder örtlichen, noch so heterogenen Struktur, kompatibel. Ein aktueller Usecase in diesem Kontext ist das Lungenkrebsscreening, auch hier kann die Plattform eingesetzt werden, da RayaONE den Workflow inkl. zertifizierter KI zwischen Erst- und Zweitbefunder abbildet.
Kurz gesagt: Mit RayaONE kann jede Einrichtung selbst radiologische Telediagnostik betreiben oder sich mit anderen radiologischen Abteilungen vernetzen
Und: Wir ermöglichen damit für alle Befunder echtes Remote Work. Auch das steigert die Arbeitgeberattraktivität erheblich.
Nutzen Ihre eigenen Radiologen die Software aktiv zur Weiterentwicklung?
Permanent. Unsere Fachärzte arbeiten täglich mit dem System. Ihr Feedback fließt direkt in die Weiterentwicklung ein.
Ein Beispiel: Wir haben die Telefonnummer der zuweisenden Ärzte direkt beim zu befundenden Fall hinterlegt. Ein Klick – und man ist verbunden. Das klingt nach einem Detail. Aber genau diese Details entscheiden über Effizienz, Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit.
Wie hoch ist der Schulungsaufwand für Kliniken?
Überraschend gering. Wir bieten eine Online-Einweisung an, erklären den Workflow und zeigen, wo der Button im RIS integriert ist. Das dauert selten länger als eine Stunde.
Vor Kurzem sagte mir eine Chefärztin: „Ganz ehrlich – das ist so selbsterklärend, eigentlich brauchen wir keine Schulung.“
Das war für mich eines der schönsten Komplimente. Denn genau das war unser Ziel: Komplexität im Hintergrund. Einfachheit im Alltag.










