
Die Lösung soll eine präzise Bestrahlung von Lungentumoren ermöglichen, die sich während der Behandlung mit der Atmung bewegen – ohne dass dafür Marker implantiert werden müssen.
Bei der Strahlentherapie von Lungentumoren stellt die Atembewegung eine besondere Herausforderung dar. Häufig wird deshalb mit einem Internal Target Volume (ITV) gearbeitet, das die während des Atemzyklus auftretenden unterschiedlichen Positionen des Tumors berücksichtigt. Das dadurch vergrößerte Bestrahlungsvolumen kann allerdings dazu führen, dass zusätzlich gesundes Gewebe der Strahlung ausgesetzt wird.
Advanced Motion Management verbindet ExacTrac Dynamic zur bild- und oberflächengeführten Positionierung und Überwachung mit der Planungssoftware RT Elements Motion Analysis. Dabei werden Patientenanatomie, Körperoberfläche, Atembewegung und Tumorbewegung miteinander korreliert. Abweichungen während der Behandlung sollen dadurch unmittelbar erkannt und eine entsprechende Neupositionierung ermöglicht werden.

Eine weitere Schwierigkeit besteht darin, dass sich Lungentumoren als Weichteilstrukturen in Röntgenaufnahmen häufig nur eingeschränkt darstellen lassen. AMM analysiert deshalb neben der Bewegung des Tumors auch die Bewegung der Lunge insgesamt. Auf dieser Basis kann die Tumorposition vor und während der Bestrahlung überprüft werden, ohne zuvor röntgendichte Marker implantieren zu müssen.
Entwickelt wurde das Verfahren über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren in Zusammenarbeit mit Mark De Ridder vom Universitätskrankenhaus Brüssel. Nach Angaben des Mediziners bestand eine der wesentlichen Herausforderungen darin, die Atembewegung zuverlässig mit der Position des Tumors zu korrelieren. Der markerlose Ansatz vermeide einen zusätzlichen invasiven Eingriff und könne zugleich Planung und Durchführung der Behandlung vereinfachen.
Brainlab sieht in der Technologie insbesondere eine Möglichkeit, die Bestrahlung bewegter Tumoren stärker an die individuelle Anatomie und die Atembewegung der Patientinnen und Patienten anzupassen. Ziel ist es, das Zielvolumen möglichst präzise zu erfassen und zugleich die Strahlenbelastung des umliegenden gesunden Gewebes zu begrenzen.
Mit der CE-Zertifizierung ist Advanced Motion Management nun für den klinischen Einsatz in der Europäischen Union verfügbar.








