
Mit der Vorstellung neuer Subanalysen aus dem Phase-III-Entwicklungsprogramm QUANTI hat Bayer beim ECR weitere Einblicke in die klinische Leistungsfähigkeit des MRT-Kontrastmittels Gadoquatrane gegeben, das im März die erste Zulassung in Japan erhalten hat. Im Fokus der Auswertungen standen zentrale Indikationsfelder der kontrastverstärkten MRT – darunter die Untersuchungen des Zentralnervensystems (ZNS), der Herz- und der abdominellen Bildgebung sowie der MR-Angiographie. Ziel der Analysen war es, die diagnostische Leistungsfähigkeit des Wirkstoffs bei deutlich reduzierter Gadolinium-Exposition weiter zu validieren.
„Wir haben das Entwicklungsprogramm bewusst sehr breit aufgesetzt“, erläutert Dr. Laura Schöckel, Medical Affairs Radiologie bei Bayer. „Insgesamt wurden 808 Patienten in 15 Ländern eingeschlossen, um die Anwendung von Gadoquatrane in möglichst vielen klinischen Szenarien zu evaluieren.“ Damit folgt das Studienkonzept einer Strategie, die regulatorische Einreichungen über mehrere Indikationen hinweg unterstützen soll.
Subgruppenanalysen über zentrale Indikationen hinweg
Die zulassungsrelevanten Phase-III-Studien QUANTI CNS und QUANTI OBR waren als multinationale, randomisierte, prospektive und doppelblinde Crossover-Studien konzipiert. In diesen Studien wurde Gadoquatrane mit einer Dosis von 0,04 mmol Gd/kg Körpergewicht untersucht – eine Reduktion um bis zu 60 % gegenüber makrozyklischen Vergleichspräparaten mit Standarddosierung. Die präsentierten Subgruppenanalysen bestätigten eine nicht unterlegene diagnostische Leistungsfähigkeit in verschiedenen klinischen Einsatzbereichen.
Besondere Aufmerksamkeit galt dabei der ZNS-Bildgebung. „Hier konnten wir zeigen, dass die Bildqualität und die diagnostische Aussagekraft von Gadoquatrane mit etablierten makrozyklischen Kontrastmitteln vergleichbar ist“, so Schöckel. Dies sei insbesondere relevant, da kontrastverstärkte MRT-Untersuchungen des Gehirns einen wesentlichen Anteil am klinischen Einsatz von Gadolinium-basierten Kontrastmitteln ausmachen.
Auch in der abdominellen Subanalyse mit 161 Patienten mit vermuteten oder bekannten Pathologien – vor allem in Leber, Pankreas und Niere – bestätigten sich die Ergebnisse. „Die diagnostische Leistungsfähigkeit war konsistent und nicht unterlegen, obwohl wir eine deutlich niedrigere Gadolinium-Dosis eingesetzt haben“, erklärt Schöckel. Diese Kombination aus reduzierter Gadolinium-Exposition und gleichbleibender Bildqualität ist für alle Patienten, insbesondere für Patientengruppen mit wiederholtem Untersuchungsbedarf, von hoher Relevanz. Eine Herz-MRT-Subanalyse mit 36 Patienten, die überwiegend Cardiomyopathien, Myokarditen, Herzinsuffizienz und ähnliches aufwiesen, bestätigte ebenfalls die nicht unterlegene diagnostische Aussagekraft von Gadoquatrane gegenüber den Referenzkontrastmitteln.
Eine weitere Subanalyse untersuchte die MR-Angiographie bei 34 Patienten mit vaskulären Fragestellungen. Auch hier zeigte sich eine vergleichbare Visualisierungsqualität gegenüber den Referenzkontrastmitteln. Parallel dazu wurden integrierte pharmakokinetische Auswertungen durchgeführt, die das Verhalten des Wirkstoffs im klinischen Einsatz über verschiedene Populationen hinweg charakterisieren sollten.
Pharmakokinetische Modellierung und klinische Relevanz
Ein zentrales Element der Analysen war die integrierte Modellierung der Populations-Pharmakokinetik. Diese untersuchte Daten aus dem gesamten klinischen Entwicklungsprogramm, einschließlich der pädiatrischen Studie. Die Ergebnisse legen nahe, dass die bei Erwachsenen beobachtete diagnostische Leistungsfähigkeit auch auf Kinder übertragbar ist.
„Die pharmakokinetischen Daten zeigen, dass sich Gadoquatrane trotz seiner tetrameren Molekülstruktur ähnlich verhält wie etablierte makrozyklische Kontrastmittel“, sagt Schöckel. „Das war ein wichtiger Aspekt unseres Entwicklungsansatzes – ein stabiles Molekül mit hoher Relaxivität und gleichzeitig möglichst niedriger Gadolinium-Dosis.“
Darüber hinaus wurde das Sicherheitsprofil im Rahmen der Subanalysen erneut bewertet. Über alle Auswertungen hinweg zeigte sich ein konsistentes Sicherheitsprofil ohne neue Sicherheitssignale. Diese Ergebnisse ergänzen die primären Studienendpunkte, die bereits in den zulassungsrelevanten Phase-III-Studien erreicht wurden.
Perspektiven für klinische Anwendung und Zulassung
Auf Basis der vorliegenden Daten hat Bayer Zulassungsanträge in mehreren Ländern und Regionen weltweit eingereicht und Gadoquatrane wird bei Zulassung das makrozyklische MRT-Kontrastmittel mit der bislang niedrigsten Gadolinium-Dosierung auf dem Markt sein. Die Erstzulassung erfolgte vor kurzem in Japan unter dem Markennamen Ambelvist®.
Für Schöckel steht dabei insbesondere der klinische Nutzen im Vordergrund: „Unser Ziel ist es, eine diagnostisch gleichwertige Option mit geringerer Gadolinium-Exposition anzubieten. Gerade bei Patienten mit wiederholtem Untersuchungsbedarf kann das einen relevanten Unterschied machen.“
Die vorgestellten Subanalysen liefern damit nicht nur zusätzliche Evidenz für die regulatorische Bewertung, sondern unterstreichen auch das Potenzial eines breiten klinischen Einsatzes. Weitere Ergebnisse aus dem Entwicklungsprogramm sollen auf kommenden Kongressen präsentiert werden.









